
Schmerzen sind für uns Menschen ein Warnsignal. Sie machen uns darauf aufmerksam, dass etwas nicht stimmt und schützen unseren Körper. So ziehen wir reflexartig unsere Hand zurück, wenn wir in eine Flamme gefasst haben.
Jeder Mensch hat ein individuelles Schmerzempfinden. Es ist abhängig von ganz verschiedenen Dingen, wie z.B. Stimmung, Alter, Kultur.
Schmerz wird von der International Association for the Study of Pain definiert als:
"...ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird".
Schmerzen entstehen, wenn verschiedene Reize wie etwa Hitze, Kälte oder Druck einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. Dabei kommt es zu Störungen im Gewebsstoffwechsel oder zur Schädigung des Gewebes und es werden chemische Reizstoffe freigesetzt. Einige wirken schmerzerzeugend, andere reizen die Schmerzrezeptoren, die sich an den Nervenenden befinden. Von diesen Schmerzrezeptoren aus wird die Schmerzinformation als elektrischer Strom bis zum Rückenmark geleitet. Im Rückenmark werden die Signale in chemische Botenstoffe umgewandelt. Diese übertragen die Schmerzimpulse auf die Leitungsbahn des zentralen Nervensystems, die zunächst im Rückenmark verläuft und im Gehirn endet. Sind die Impulse im Großhirn angekommen, kann der Schmerz in seiner Stärke wahrgenommen und lokalisiert werden.
Prinzipiell unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Schmerzen.
Der akute Schmerz tritt direkt nach einem Bruch, einer Verbrennung, einer Schnittverletzung oder bei einem anderen Krankheitsprozess auf. Akute Schmerzen sollen den Körper vor Schäden und Überlastung schützen; sie haben also eine Signal- und Schutzfunktion.
Die Ursache ist meist eindeutig erkennbar und kann gezielt behandelt werden. Nach Behandlung der auslösenden Schädigung klingt der Schmerz schnell ab.
Wenn die Schmerzen ständig wiederkehren oder sie länger als ein halbes Jahr andauern, spricht man vom chronischen Schmerz. Dieser hat seine Warnfunktion verloren. Der Schmerz überdauert den üblicherweise zu erwartenden Verlauf einer akuten Krankheit und wird zur Krankheit selbst.
Kopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen: Spannungskopfschmerzen haben die meisten schon einmal erlebt. Der Kopfschmerz beginnt häufig in Nacken- oder Stirnbereich und breiten sich von dort über den ganzen Kopf, als dumpfer und drückender Schmerz, aus. Die Betroffenen haben oft das Gefühl, das ihr Kopf ?in einem Schraubstock eingespannt? ist. Diese Kopfschmerzvariante kann episodisch, aber auch chronisch auftreten.
Migräne: Migräne ist mehr als ein einfacher Kopfschmerz. Eine Migräneattacke äußert sich meist durch einseitige Kopfschmerzen, die als stechend, bohrend oder hämmernd beschrieben werden. Eine Attacke dauert ca. 6-24 Stunden, nur selten länger. Häufig werden sie von Übelkeit und/oder Brechreiz begleitet. Auch Lärm- und Lichtempfindlichkeit können hinzukommen. Eine Migräne mit Aura ist, wenn zu den bereits beschriebenen Symptomen noch neurologische Ausfallerscheinungen hinzukommen wie Seh- und Sprachstörungen, Kribbeln und/oder Schwäche in einem Arm oder Bein.
Rheumatische Erkrankungen
Man unterscheidet folgende Erkrankungstypen:
Weichteilrheumatismus
Unter dem Begriff Weichteilrheumatismus fassen Mediziner eine Reihe von Erkrankungen zusammen. Sie reichen von einer harmlosen Muskelverspannung über einen Tennisellenbogen bis hin zu einer Sehnenscheidenentzündung. Kennzeichnend für alle Erkrankungen, die dem Weichteilrheumatismus zugeordnet werden, ist ein akuter oder chronischer Schmerz, der sich oft bei Kälte oder Feuchtigkeit verschlimmert.
Die Beschwerden treten in den so genannten Weichteilen des menschlichen Körpers auf, also in Muskeln, Bändern, Sehnen, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln.
Arthrose
Durch Abnutzung kommt es zu Verschleißerscheinungen an den Gelenken, diese schwellen an und schmerzen und werden im weiteren Verlauf in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt.
Arthrose kann im Grunde an allen Gelenken auftreten, am häufigsten jedoch an Wirbelsäule, Hüft- oder Knie-, Hand- oder Fußgelenken. Aufgrund des Verlustes an Knorpelmasse reiben die Knochen bei Bewegung aneinander, wodurch starke Schmerzen ausgelöst werden.
Arthritis
Die Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, die chronisch oder akut verlaufen kann. Sie ist eine Autoimmunkrankheit, bei der es zu Entzündungen der Gelenkinnenhaut kommt, die zu schmerzhaften Schwellungen des Gelenks. Später greift die Entzündung auf Knorpel und Knochen über, Sehen und Bänder können ebenfalls befallen werden. Im Verlauf der Erkrankung werden die Gelenke zunehmend zerstört und werden in ihrer Funktion eingeschränkt und schließlich kann es sogar zur Versteifung der Gelenke kommen.
Nichtmedikamentöse Therpaie
Auch wenn Sie zu den Menschen gehören, die empfindlicher auf Schmerzen reagieren, können Sie selbst beeinflussen, wie sehr Sie unter Ihren Schmerzen leiden.
Medikamentöse Therapie
Leichtere Schmerzen, deren Hintergrund man kennt, können auch selbst behandelt werden. Geeignet sind hierzu beispielsweise Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Wichtig ist aber ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzmitteln.
Wenn Sie häufiger unter Schmerzen leiden, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen und behandeln lassen.
In der Schmerztherapie haben sich verschiedene Medikamente bewährt. Man unterscheidet vier Gruppen
Analgetika
Nichtsteroidale Antirheumatika
Nichtsteroidale Antirheumatika hemmen die Produktion von Prostaglandinen. Wenn diese körpereigenen Botenstoffe nicht mehr gebildet werden, können sie an den Schmerzrezeptoren der Nerven die Empfindung "Schmerz" nicht mehr auslösen.Opiate
Opioide Schmerzmittel setzen direkt am zentralen Nervensystem an und hemmen die Wahrnehmung der Schmerzen im Gehirn und Rückenmark. Die Opiate blockieren gezielt die Schaltstellen der Nervenzellen und verhindern so, dass die Schmerzbotschaft weitergeleitet werden kann.Antidepressiva
Sie setzen an den Schaltstellen des Rückenmarks an, die bei vielen chronischen Schmerzen verändert sind. Da sie als alleinige Medikamente aber meist nicht ausreichen, werden sie häufig mit anderen Medikamenten kombiniert.
Antiepileptika
Sie verhindern, dass es zu sehr starken elektrischen Entladungen in den Nervenbahnen kommt.
Kortison
Kortison hemmt die Bildung von Stoffen, die Entzündungen und Schmerzen auslösen, und trägt dazu bei, dass eingeklemmte Nerven abschwellen.